Gottesdienst zur Erinnerung an die Novemberpogrome

Das Bischöfliche Jugendamt lädt zu einem Gedenkgottesdienst ein, der an die Novemberpogrome im Nationalsozialismus erinnert.

Die Verbrechen des Nationalsozialismus fanden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 einen traurigen Höhepunkt. Der enthemmten Gewalt dieser Nacht folgte ein Antisemitismus, der knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

„Gerade angesichts des Wiederaufflammens antisemitischer Hetze ist das Erinnern der erste Schritt, um nie wieder zuzulassen, dass jüdisches Leben in Deutschland angegriffen wird. Dazu braucht es den Mut der gesamten Zivilgesellschaft“, erklärt Benjamin Wahl, Diözesanleiter des Bischöflichen Jugendamtes.

Der Gottesdienst richtet sich daher an Interessierte aller Konfessionen und jeden Alters.

Die Feier enthält jüdische und christliche Gebete sowie Elemente der atelier:kirche, in der Gebete nicht in Worten, sondern im schöpferischen Umgang mit Materialien ausgedrückt werden. „Solche Formens des Betens eröffnen vor allem dort die Möglichkeit zu beten, wo einem die Worte im Hals stecken bleiben und man sprachlos bleibt“, erläutert Sebastian Schmid, Projektleiter der atelier:kirche Wernau das spirituelle Konzept.

Als Material sind für diesen Gottesdienst Glasscherben vorgesehen - im Zusammenhang mit den Novemberpogromen ein zweideutiger Stoff: Zum einen erinnern die Scherben an die Zerstörung während der Pogrome, zum andern mahnen sie die heutige Generation, mit den Scherbenhaufen der Geschichte irgendwie umzugehen, ohne sie unter den Teppich zu kehren.

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Bild: Bischöfliches Jugendamt