Die Religiosität großer Komponisten - an deren Gedenktagen

Die Religiosität im Leben und Werk von Anton Bruckner (+ 11.10.1896) Online-Vortrag zum 125. Todestag des Komponisten

Geistliches wie symphonisches Schaffen Bruckners durchzieht ein „Drehen“, ein Dauerwalten, das immer wieder unterbrochen wird. Das ist Analogie für seine Religiosität: Er ist unablässiger Beter und er ist mystischer Visionär. Er schafft Tonblöcke der Notwendigkeit, in denen Möglichkeiten vibrieren und schon, obgleich noch verborgen, Wunder pulsieren, die im Freiraum des Ereignisses durchbrechen und sich zu einer neuen Notwendigkeit, ja Unfehlbarkeit verfestigen, in der wiederum neue Wunder sich anbahnen. Dass er Gebete in Listen zählte, wird oft als Zwanghaftigkeit ausgelegt, kann aber auch in eine Praktik zur Gewissenserforschung in der Exerzitienkultur eingeordnet werden. Neben Tonbeispielen aus den Messen darf die Fünfte Symphonie nicht fehlen, trägt sie doch Beinamen wie „Glaubenssymphonie“ oder „Die Katholische“, auch „die mittelalterliche“ und „Choralsymphonie“.

Referent
Dr. Wolfgang Steffel, Dekanatsreferent

Weiterer Termin dieser Online-Reihe:

Montag, 31.01.2022, 19.00 Uhr

Die Religiosität im Leben und Werk
von Franz Schubert (* 31.01.1797)

Online-Vortrag zum 225. Geburtstag des Komponisten

Im März 1824 schreibt Schubert in sein Tagebuch: „Mit dem Glauben tritt der Mensch in die Welt, er kommt vor Verstand und Kenntnissen weit voraus; denn um etwas zu verstehen, muss ich vorher etwas glauben.“ Die Tonart seiner As-Dur-Messe symbolisiert die Schwebe seiner Frömmigkeit: zwischen den tragischen, schwermütigen Tonarten d-Moll oder c-Moll auf der einen, und dem festlichen und strahlenden Es-Dur oder C-Dur auf der anderen Seite. As-Dur steht für etwas außerhalb dieser Welt, für Verklärung, Entrückung. Wenn Gefühle der Frömmigkeit in seiner Musik besonders lebendig werden, kommen sie aus seinem Innersten, „weil ich mich zur Andacht nie forcire, … dann aber ist sie auch gewöhnlich die rechte und wahre Andacht“. Ewiges Leben steht außerhalb jeglichen Zweifels. Selten hat man vor und nach Beethoven eine exzessivere „et vitam venturi saeculi“-Fuge gehört als die in der Es-Dur-Messe von Schubert, der weniger eruptiv, aber noch eindrucksvoller weitet und ausgreift, immer wieder Rhythmus und Zeitempfinden stört und in sanft wiegende Bewegungen in die Ewigkeit mündet.

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Die Religiosität großer Komponisten - an deren Gedenktagen