Vortrag im Diözesanmuseum: "Hüllen für das Heilige"

Eine Ausstellung in Diözesanmuseum und Zehntscheuer Rottenburg zeigt Installationen des Medienkünstlers Harald Fuchs. Über „Hüllen für das Heilige. Reliquiare und ihre mediale Funktion“ spricht Dr. Melanie Prange im Diözesanmuseum.

Das Diözesanmuseum stellt in Kooperation mit dem Kulturverein Zehntscheuer Arbeiten des Medienkünstlers Harald Fuchs aus. Unter dem Titel „Materials Reloaded“ befasst sich der Kölner dabei mit der christlichen Heiligenverehrung in Form von Reliquien. Die beiden multimedialen Installationen sind von Sonntag, 26. September, bis Sonntag, 21. November, im Diözesanmuseum und im Kulturzentrum Zehntscheuer in Rottenburg zu sehen.

Fuchs, einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler Deutschlands, betrachtet Reliquien als Spuren des Lebens und Glaubens. Dabei verbindet er in den beiden Installationen religiöse, ästhetische, wissenschaftliche und politische Perspektiven und verdeutlicht den Betrachterinnen und Betrachtern eindringlich, dass Reliquien als etwas Materielles, Festhaltbares Wege ins Immaterielle öffnen – eine Kraft, die damals wie heute wirkt.

Ausgehend von den Reliquiaren im Diözesanmuseum zeigt Fuchs, dass die Behältnisse immer noch eine Aura des Heiligen und Überirdischen besitzen: eine transzendente Wirkung, die der Künstler in zeitgenössische Ausdrucksformen überträgt und durch welche die Installation zugleich in den Dialog mit vielen anderen Gegenständen religiöser Alltagspraxis und christlicher Kunst im Diözesanmuseum eintritt.

Fuchs lässt sich von der Transparenz und dem Atmosphärischen der Reliquiengläser inspirieren – und auch von den Resten vergänglicher Materie, die manche von ihnen noch beherbergen. Dazu zeigt er ein Video, das einen anderen Bereich traditioneller Frömmigkeit aufgreift: Vor einigen Jahren war er in Málaga und erlebte dort die große Prozession, die jährlich in der Karwoche stattfindet und bei der unter dem Klang von Trommeln und Blasmusik eine Madonnen- und eine Jesusstatue auf vielen Schultern durch die Altstadt getragen werden.

Diese visuellen und akustischen Eindrücke transformiert Fuchs in einen Klangteppich, der die Installation im Diözesanmuseum akustisch begleitet.