Einwanderungsgeschichte(n) - Wie wollen wir Migration erzählen?

Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Online)

Ob „Stadtbild”, „Ausländer” oder „Migrantin”, ob „Flüchtlingswelle” oder „Einwanderungsland”: Wie wir über Einwanderung nach Deutschland, die einwandernden Personen und die sich dadurch verändernde Gesellschaft sprechen, ist nicht nebensächlich. Sprache prägt Wahrnehmung und schafft Tatsachen. Politische, gesellschaftliche und mediale Diskurse stehen nicht im luftleeren Raum, sondern in unmittelbarem Zusammenhang mit Gesetzgebung, Bürokratie und individuellen Lebensläufen. Das gilt heute genauso wie zu Zeiten der „Gastarbeiter:innen” oder in den Debatten um die Einschränkung des Asylrechts Anfang der 1990er Jahre.

Wir wollen im Vorfeld der baden-württembergischen Landtagswahl diskutieren, wie wirkmächtig das Sprechen über Migration ist und wie wir – sowohl aus historischer als auch aus aktueller und praktisch-politischer Perspektive – zu neuen Narrativen über das Einwanderungsland Deutschland gelangen können. Welche roten Fäden ziehen sich durch die Vorstellungen und Erzählungen über Einwanderung und Einwanderer:innen nach Deutschland? Wie wird rassistisches Wissen konstruiert und weitergetragen – und was können wir ihm entgegensetzen? Kann die Erinnerung an die lange deutsche Einwanderungsgeschichte für aktuelle Diskurse konstruktiv fruchtbar gemacht werden? Welche Folgen haben Rückkehrdebatten für Politik und gesellschaftliche Diskurse und wie könnte Sprechen und Handeln über Flucht und Migration dem Menschen zugewandt und sachorientiert gestaltet werden? Und schließlich: Wie erleben Menschen mit relativ junger „Migrationsgeschichte” die Diskurse in Deutschland und Europa? Wie können – auch aus migrantischen Communitys heraus – gelingende, konstruktive Erzählungen entstehen?

Darüber kommen wir ins Gespräch mit:
PD Dr. Maria Alexopoulou, Migrationshistorikerin (Zentrum für Antisemitismusforschung Berlin/Universität Mannheim)
Klaus Barwig, langjähriger Leiter des Fachbereichs Migration und Menschenrechte an der Akademie und Mitgründer der „Hohenheimer Tage zum Migrationsrecht”
Mazen Mohsen, syrisch-deutscher Musiker (Marbach)

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und mit Förderung des Akademievereins.

Anmeldung erforderlich bis 04. März 2026.