Die Erinnerung an Hildegard von Bingen in Stuttgart-Hohenheim
Mit Prof. Dr. Eva Schlotheuber
Hildegard von Bingen (1098-1179) hat schon zu Lebzeiten ihre Zeitgenossen und später über Generationen die Menschen in ihren Bann gezogen. Sie hat sich nicht nur selbst zu fast allen relevanten Themen ihrer Zeit geäußert und eigenständig Stellung bezogen, sondern auch nach ihrem Tod sind viele interessante schriftliche Zeugnisse entstanden, die über ihre kreativen Entwürfe und ihre Wirkung Auskunft geben. Hildegard, die in eine Zeit des sozialen und religiösen Umbruchs geboren wurde, hat sich auch mit den drängenden Fragen nach der sich in diesen Jahren neu ausformenden Hierarchie der Kirche und der Stellung der Nonnen als „Bräute Christi” auseinandergesetzt und dabei ungewöhnliche Lösungen entwickelt, die durchaus auch auf Widerspruch stießen.
Trotz ihrer Verehrung und mehrfacher Versuche kam das Verfahren für die Heiligsprechung Hildegards, das in Rom am Papsthof geführt wurde, im Mittelalter nicht zu einem positiven Abschluss. Prof. Dr. Eva Schlotheuber beleuchtet in ihrem Vortrag die vielfältige schriftliche und materielle Erinnerung an Hildegard und die Frage, warum es im 13. Jahrhundert trotz vieler Bemühungen letztlich nicht zur Heiligsprechung Hildegards gekommen ist.
Anmeldung unter
Anmeldeschluss 15. April 2026
