Legende - Mirakel - Predigt. Tagung in Stuttgart-Hohenheim

Klösterliche Sammlungspraxis und die Modellierung religiöser Leitbilder in den Textkulturen des Mittelalters

Die Tagung fragt aus interdisziplinär-mediävistischer Perspektive nach grundlegenden Aspekten klösterlicher Sammlungspraxis insbesondere im Blick auf ordensspezifische Zusammenstellungen von Texten in Legendaren, Mirakel- und Predigtsammlungen. In Bezug auf die religiösen Textkulturen des Mittelalters kommt dem Sammeln, so der Ausgangspunkt der Tagung, entscheidende Bedeutung in Bezug auf Textualität und Erzählform wie auch auf die (Re-)Konfiguration religiöser Leitbilder im Kontext klösterlicher Vermittlung zu. Über lange Zeiträume hinweg werden die Texte fortwährend an spezifische Sammlungsinteressen und pragmatische Kontexte angepasst. Gegenüber älteren Forschungsrichtungen, welche eher Stereotypie und Normierung im Diskurs religiöser Didaxe betont haben, sollen aktuelle Fragestellungen der Literaturwissenschaft, Kodikologie, Überlieferungs- und Ordensgeschichte verbunden werden, um im Blick auf Praktiken der Kontextualisierung in Sammlungen gerade auch die Dynamiken und Freiräume hagiographischer réécriture sichtbar zu machen. 

Im Rahmen der Tagung werden daher anhand von Fallstudien individuelle Profile von Produzent/innen, Überlieferungsträgern sowie ihrer Nutzer/innen in unterschiedlichen historischen Situationen und Gebrauchskontexten ermittelt. 

Dies wird durch Beiträge ergänzt, die übergeordnete Fragen der Überlieferungs-, Liturgie-, Kirchen- und Ordensgeschichte thematisieren, um so zu einer differenzierten Beschreibung der Modellierung und Transformation religiöser Leitbilder zu kommen, die sich aus der klösterlichen Sammlungspraxis ergeben. Die Tagung wird im Rahmen des Projekts ,Heilige in Sammlungen, gesammelte Heiligkeiten. Sammlungspraxis und die Modellierung religiöser Leitbilder in Legendaren des Hoch- und Spätmittelalters‘ (Kiel/Köln) durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Der Arbeitskreis für hagiographische Fragen Der Arbeitskreis für hagiographische Fragen widmet sich seit 1994 der interdisziplinären und internationalen Vernetzung von Forschung, die sich unter anderem mit der Hagiographie, den Heiligen, der Materialität des Sakralen, der Liturgie und religiösen Praxen in Zusammenhang mit dem Kult befassen. Die Fragestellungen, mit denen sich der Arbeitskreis beschäftigt, gehören dabei den Geschichts- und Literaturwissenschaften, der Theologie und Kirchengeschichte, der Kunstgeschichte und Archäologie, der Religionswissenschaft und Anthropologie an.

Ende der Veranstaltung: 18. April 2026, 14:00 Uhr

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  • Kosten: ab 89,50 Euro 
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  • Anmeldeschluss 2. April 2026