Kunstprojekt: „Herr, dein Angesicht suche ich.“ in Ulm

Kunstprojekt: „Herr, dein Angesicht suche ich.“ in Ulm
Stuttgarter Künstler Prof. Dieter Groß/Foto: drs

Ausstellung zum Turiner Grabtuch in der Ulmer Wengenkirche mit dem Stuttgarter Künstler Prof. Dieter Groß

Ulm. „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“, fragt die erste in Deutschland präsentierte Ausstellung zum Turiner Grabtuch. Die Wanderausstellung, die in den deutschsprachigen Ländern bereits viele Tausend Besucherinnen und Besucher beeindruckt hat, ist vom 22. April bis 7. Juni 2026 in Ulm zu sehen. Führungen mit lokalem Bezug, ein Vortrag und ein meditatives Kunstprojekt begleiten die Präsentation.

Kernstücke der Ausstellung sind das Turiner Grabtuch in einer originalgroßen Kopie und eine dem Abdruck des Tuches entsprechende Figur in Lebensgröße. Das Tuch ist ein 4,40 Meter langes und 1,13 Meter breites Leinentuch mit einem angenähten Saum. Es ist ein kostbares Tuch, in einem aufwändigen Fischgrät-Muster gewebt. Auf dem Tuch sieht man in voller Länge das Abbild eines Mannes in Vorder- und Rückansicht. Bis heute gibt es nur Theorien darüber, wie das Tuch entstanden ist. Handelt es sich um ein echtes Grabtuch? Und wenn ja, wen umhüllte es?

Besonders als Negativaufnahme entfaltet das Turiner Grabtuch eine besondere Wirkung. Hans und Sophie Scholl, zum Beispiel, zentrale Figuren der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegen den Nationalsozialismus, waren ergriffen von diesem Bild des Gekreuzigten, in dem sie die Leiden ihrer Zeit gespiegelt sahen.

Die Ausstellung macht es sich zur Aufgabe, Wissen und Glauben in ansprechender Weise zu verbinden. Bibeltexte zu Leiden und Kreuzigung Jesu Christi, wissenschaftliche Untersuchungen, traumatologische Erkenntnisse zum Grabtuch und historische Forschungen verdichten sich zur Annahme, dass der „Mann auf dem Tuch“ Jesus von Nazareth gewesen sein könnte und dieses Tuch seinen Leichnam umhüllte. 

25 Stelen, 7 Exponate und ein Film laden die Besucher zu einer Spurensuche ein: Die Ausstellung, die von den Maltesern konzipiert und inhaltlich mit der Erzdiözese Turin abgestimmt wurde, dokumentiert die Geschichte des Tuches, die naturwissen-schaftlichen Erkenntnisse um Wunden und Echtheit - versehen mit biblischen Bezügen und die einmalige Gelegenheit, Religion und Wissenschaft erfahrbar zu machen. Ausstellungsstücke, wie die Dornenhaube und Nägel, die zur damaligen Zeit bei einer Kreuzigung verwendet wurden, bieten Anregung zur Diskussion.

Ein Audioguide, der sich über einen QR-Code am Smartphone abrufen lässt, unterstützt die Wissensvermittlung. Ebenfalls über QR-Codes stehen Übersetzungen in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch zur Verfügung.

INFO:
Die Ausstellung zum Turiner Grabtuch ist vom 22. April bis 7. Juni 2026 in der Kirche St. Michael zu den Wengen, Wengengasse 10, in Ulm zu sehen.

Öffnungszeiten: Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr, Montag – Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Eintritt frei, auch für Führungen und Begleitprogramm.

Programm:
• Dienstag, 28. April, 18.00 Uhr: Kunstprojekt: „Herr, dein Angesicht suche ich.“
Der Stuttgarter Künstler Prof. Dieter Groß malt während einer Andacht das Antlitz Jesu, inspiriert vom Grabtuch von Turin und dem Schleier von Manoppello.

• Montag, 11. Mai, 19.00 Uhr: Vortrag: „Die drei Tücher vom Grab: Oviedo, Turin, Manoppello.“
Sr. Petra-Maria Steiner, Vita Communis Waiblingen

Führungen:
Das Turiner Grabtuch und die Weiße Rose. Führungen durch die Ausstellung zum Turiner Grabtuch in der Ulmer Wengenkirche (ca. 60 Minuten).
• Samstag, 2. Mai, 14.30 Uhr
• Dienstag, 5. Mai, 17 Uhr
• Donnerstag, 28. Mai, 14 Uhr
Der Theologe und Historiker Dr. Oliver Schütz, Leiter der Katholischen Erwachsenen-bildung Ulm-Alb-Donau, stellt Hintergründe und die Bedeutung vor, die das Turiner Grabtuch für Hans und Sophie Scholl hatte.

Rückfragen zum Programm bitte an Ulrike.Schonhardt(at)drs.de