Museumsgespräch II: Augenlust und Gaumenfreuden - Stilllebenmalerei
Seit dem 15. Jahrhundert beginnt bei den europäischen Malern die Freude an der realistischen Wiedergabe von leblosen Dingen wach zu werden, zunächst als Beiwerk zur Bildaussage, so z.B. in stilllebenartige Arrangements von Büchern und Schachteln bei Verkündigungsdarstellungen. Im weiteren Verlauf des 16. Jh. tritt dann vor allem in den Niederlanden, entsprechend der dem Lande geschenkten üppigen Vegetation und der seinen Bewohnern eigenen Freude an Blumen, an gutem und reichlichem Essen, an prunkvollem Gerät und an Antiquitäten, das Stillleben stärker in den Vordergrund. Im 17. Jahrhundert wird es schließlich zur beliebtesten Bildgattung schlechthin.
Bis heute haben diese Bilder nichts von ihrem Reiz eingebüßt und üben noch immer eine Faszination auf den Betrachter aus. Doch die Gemälde geben uns nicht nur einen Einblick in die Lebens- und Esskultur, sondern ermöglichen auch ein tieferes Eindringen in das Denken und Fühlen jener Zeit, denn die so scheinbar harmlos arrangierten Gegenstände besitzen oft eine tiefere Bedeutung und einen meist ins Religiöse reichenden inhaltlichen Sinn.
- Referentin: Ulla Groha
- Kosten: 15 Euro
- Anmeldung, per E- Mail oder telefonisch: 07151/ 959 67 21
- Anmeldeschluss: 18. Januar 2027
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