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Notfalleinsatz. Die Nachbarin mit dem Ersatzschlüssel hat den Senior bewusstlos auf dem Boden vorgefunden. Für die Behandlung ist es wichtig zu wissen, welche Krankheiten er hat, welche Medikamente er nimmt und ob eine Patientenverfügung besteht. In Ravensburg hat eine kirchliche Stiftung dafür die Notfalldose im Kühlschrank erfunden.

Immer mehr Menschen haben zu Hause einen Notfall- und Impfpass, Medikamentenplan oder eine Patientenverfügung. Für Rettungskräfte ist es im Ernstfall aber meist unmöglich herauszufinden, wo diese Notfalldaten aufbewahrt werden. Die Lösung steht im Kühlschrank. Die kirchliche Stiftung "Solidarität am Ort" aus Ravensburg stattet nun in einer Aktion alle Krankenpflegevereine sowie die ökumenische Sozialstation mit Notfalldosen für ihre Mitglieder und Patienten aus.

Da Prinzip ist simpel. Die Notfalldaten kommen in die Notfalldose und werden standardmäßig in die Kühlschranktür gestellt. Sehen Rettungskräfte auf der Innenseite der Wohnungstür und dem Kühlschrank dann den Aufkleber „Notfalldose“, so kann diese leicht gefunden werden und es sind sofort wichtige und notfallrelevante Informationen verfügbar. Dies hilft gerade in Stresssituationen. In den Dosen befinden sich Informationen zu Erkrankungen, Medikamenten, Hausarzt, Kontaktdaten von Angehörigen oder auch, wo Haustiere untergebracht werden können. Diese Details helfen im Notfall auch Angehörigen oder Bekannten weiter.

Nun hat die im Herbst 2016 gegründete Stiftung Solidarität am Ort (SaO) insgesamt 3.000 Notfalldosen angeschafft. Sie folgt damit ihrem Stiftungszweck, Familien sowie kranke und alleinstehende Menschen zu unterstützen. Stiftungsmitglieder sind 13 katholische  Kirchengemeinden, die Caritas Bodensee-Oberschwaben, die katholischen Krankenpflegevereine Obereschach, Ravensburg und Weißenau sowie die katholische Fördergemeinschaft Taldorf.

Rainer Straub

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