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Rottenburg/Stuttgart/Freising. 20. April 2018. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Christian Hartl eröffnen am Sonntag (22. April) die bundesweite Pfingstaktion des Osteuropahilfswerks im Dom St. Martin in Rottenburg. In einer Zeit, in der politische Spaltungen deutlicher werden, sei es Aufgabe der Kirche, für Verständigung und Miteinander zu werben, betonte Bischof Fürst im Vorfeld der Aktion. „Einem neu aufkeimenden Nationalismus müssen wir durch Solidarität mit Fremden und Ausgegrenzten entgegentreten“.

Ein gutes Miteinander in Europa, versöhnte Verschiedenheit und ein gutes Leben blieben weiterhin Herausforderung und anspruchsvolle Aufgabe für die Solidaritätsaktion Renovabis, sagte Pfarrer Christian Hartl am Freitag (20. April) vor Journalisten in Stuttgart. Entschieden gelte es, „ein fürsorgliches und solidarisches Miteinander mit den Menschen in Europa zu verfolgen“. Verbindungen, gute Beziehungen, das Wissen umeinander und „echte Freundschaften, die auch Spannungen aushalten“ würden auch 25 Jahre nach der Gründung von Renovabis die künftige Arbeit des Osteuropahilfswerks prägen. Mit Blick auf den noch immer akuten Konflikt in der Ukraine dürften die Menschen dort nicht vergessen werden, appellierte Hartl.

Der ukrainische Kirchenhistoriker und Renovabis-Partner Professor Oleh Turiy sieht einen Weg zur Verständigung und Versöhnung zwischen Russland und seiner ukrainischen Heimat vor allem darin, „dass die Staaten Europas darauf hinwirken, die militärische Intervention Russlands in der Ostukraine und auf der Krim zu beenden“. Nach diesem Stopp solle Dialog und Verständigung auf persönlicher und offizieller Ebene den Versöhnungsprozess ermöglichen, so Turiy.

Gemeinsam mit Renovabis hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 94 Projekte in 15 Ländern unterstützt. Aktuell fördert die Diözese mit 150.000 Euro die Einrichtung eines Reha-Zentrums für Menschen mit posttraumatischen Störungen in der Ukraine. Die Sanierung des ehemaligen Bischofshauses als Reha-Zentrum in der ukrainischen griechisch-katholischen Diözese von Sambir-Drohobych wird 2019 abgeschlossen, das Zentrum steht dann Geflüchteten aus der ganzen Ukraine zur Verfügung. Die Renovabis-Pfingstsammlung sowie die Kollekte in den Gottesdiensten an Allerseelen (2. November) für Priester und Ordensleute in Osteuropa erzielte 2017 in der Diözese Rottenburg-Stuttgart knapp 345.000 Euro. Für die weltkirchliche Projektarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden im Jahr 2017 insgesamt mehr als elf Millionen Euro vergeben. Davon flossen 1,4 Mio Euro an Projekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

Renovabis unterstützt seit 25 Jahren Projekte zur Erneuerung kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in den ehemals kommunistischen Ländern Mittel- und Osteuropas. Die Kollekte in allen katholischen Kirchen Deutschlands am Pfingstsonntag ist für die Arbeit von Renovabis bestimmt und markiert den Abschluss der jährlichen Aktion. Im Jahr 2017 hat das Hilfswerk mit Sitz in Freising rund 29,13 Millionen Euro bewilligt und konnte damit 691Projekte in den osteuropäischen Partnerländern unterstützen. Seit 1993 hat das Hilfswerk in etwa 23.000 Projekte seiner Partner rund 715 Millionen Euro investiert

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