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Die Diakoniepreise „Pro Diaconia“ 2017 des Internationalen Diakonatszentrums (IDZ) und der Stiftung Diaconia Christi lnternationalis hat Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) am 9. September in Lourdes übergeben. In seiner Eigenschaft als Schirmherr des IDZ überreichte er den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preisrang an Diakon Renato Afonso Vinhal.

Vinhal leitet zusammen mit seiner Ehefrau Dilma das katholische Wohnheim „Sao Pio“ für obdachlose Menschender in der brasilianischen Erzdiözese Uberaba. Das Projekt orientiert sich am Satz aus dem Buch Jesaja „Den Schwachen hebt Er aus dem Staub empor und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt“. Die Betreiber wollen das derzeit gemietete Haus erwerben, um es zu erweitern und nachhaltig stabilisieren zu können. Dort wohnen derzeit 40 obdachlose, am Rande der Gesellschaft lebende, sozial gebrandmarkte und in ständiger Gefahr lebende Menschen. Im „Sao Pio“ bereiten sie sich auf eine Wiedereingliederung vor. Die Diözese unterstützt das Projekt, für das die Initiatoren ein Team aus kompetenten ehrenamtlichen Kräften wie Ärzte, Sozialarbeitern und Psychologen gewinnen konnten. Im Haus trainieren die Bewohner unter Anleitung ein möglichst selbstständiges Leben.

Den zweiten Rang des mit insgesamt 6.000 Euro ausgestatteten Diakoniepreises übergab Bischof Fürst an Diakon Kevin Duffy. Er erhielt 2.000 Euro für das von ihm im britischen Saint Helens in der Erzdiözese Liverpool geleitete Projekt „Den Fremden willkommen heißen“. Duffy richtete ein Café „Welcoming the Stranger“ ein, in dem seit 2016 Asylsuchende eine Anlaufstelle haben. Ein Kernteam von Ehrenamtlichen unterstützt das Projekt, das laut Betreibern bis zu 80 Menschen erreicht. Im Team finden sich neben Christen mehrerer Konfessionen auch Muslime, Sikhs und Menschen ohne religiösen Hintergrund. Inzwischen haben sich weitere Angebote um das Café etabliert, etwa eine Schrebergartengruppe, eine Fahrrad-Werkstatt und eine Wandergruppe. Seit Herbst vergangenen Jahres wird das Café „Welcoming the Stranger“ sich um weitere 60 Menschen kümmern, die über ein staatliches Programm für syrische Flüchtlingsfamilien nach Saint Helens kommen.

Der mit 1.000 Euro dotierte dritte Preis ging an Diakon Charles Dube aus der Stadt Bulawayo im afrikanischen Zimbabwe. Er nahm die Auszeichnung entgegen für ein „Home of Peace“, in dem arme und obdachlose Menschen Heimat finden können. Bei den Bewohnern handelt es sich um Menschen, die in Folge gewalttätiger Konflikte ihre Heimat verlassen mussten, verarmten und obdachlos wurden. Das 200 Menschen fassende Haus mit einem angebauten Berufsbildungszentrum steht seit 2001; zuvor hatte ein katholisches Ehepaar seit 1987 eine Suppenküche gegründet, die viele Menschen zur Mitarbeit motivierte. An dieser Interkirchlichen Mobilen Suppenküche beteiligten sich Christen mehrerer Konfessionen. Derzeit leben der Projektleitung zufolge in dem wegen mangelnder finanzieller Ressourcen von der Schließung bedrohten Haus noch 80 Menschen, darunter 30 Frauen, 25 Männer und ebenso viele Kinder.

Bischof Fürst überreichte den alle vier Jahre zu vergebenden Diakoniepreis im Rahmen des IDZ-Studienkongresses 2017, der vom 7. bis 10. September in Lourdes zum Thema „Heil und Heilung in einer diakonischen Kirche“ stattfindet.

Uwe Renz

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