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Karlsruhe/Rottenburg. Die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg haben mehr Klimagerechtigkeit für den globalen Süden gefordert. Beim gemeinsamen Strategietag der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg am Donnerstag (25.01.) in Karlsruhe forderte der Verhandlungsleiter der deutschen Bundesregierung bei den Weltklimakonferenzen, Karsten Sach, die Kirchen auf, „neue, überraschende Koalitionen des Wandels aufzubauen, auch in unserer Gesellschaft, in Europa“. Für die baden-württembergischen Kirchen betonte Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh deren Verantwortung dafür, dass „Klimagerechtigkeit und Klimaschutz in der Breite der Gesellschaft ankommen, auch bei Menschen mit Verlustängsten oder denen, die ihre Freiheit eingeschränkt sehen“. Am Nachmittag konstituierte sich der Koordinationsrat des 2017 geschlossenen kirchlichen Bündnisses für Klimagerechtigkeit in Baden-Württemberg.
Ihre Aufgabe sehen die Kirchen in Baden-Württemberg zum Einen in der Unterstützung der kirchlichen Partner in den Ländern des globalen Südens und zum Anderen in eigenen Investitionen und Einsparungen beim Ressourcenverbrauch, in Anregungen und Angeboten für die breite Bevölkerung und im Engagement für den Klimaschutz gegenüber der Politik. „Wir brauchen die Unterstützung der Zivilgesellschaft“, bestätigte Karsten Sach. Inzwischen sei klar, dass Deutschland seine Klimaziele nicht erreichen werde, weil die Emissionen, etwa im Verkehr, weiter steigen.
Weitere eigene konkrete Schritte und gemeinsame Projekte planten am Nachmittag Vertreterinnen und Vertreter aller vier Kirchen in Arbeitsgruppen zu den Themen Friedensethik und Rüstungsexporte, globale Ernährung und ländliche Entwicklung, Palmöl sowie Jugendarbeit. In den neu konstituierten Koordinationsrat des kirchlichen Bündnisses für Klimagerechtigkeit in Baden-Württemberg entsendet jede Kirche je ein Mitglied aus den Arbeitsbereichen Weltkirche/Entwicklungszusammenarbeit sowie Klima-/Umweltschutz.
Am Vormittag hatten neben Landesbischof Cornelius-Bundschuh und Karsten Sach vom Bundesumweltministerium zwei Klimaexpertinnen, Sabine Minninger von Brot für die Welt und Kathrin Schroeder von Misereor, Folgen des Klimawandels „für die Ärmsten und Verletzlichsten“ im globalen Süden verdeutlicht und betont, wie „dringend notwendig“ ein nachhaltiger Lebensstil im globalen Norden sei.

Pressemitteilung der Evangelischen Landeskirche in Baden

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