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Stuttgart. 3. November 2016. Die Person des heiligen Martin aus einer Fülle von Legenden herauszuschälen, bezeichnet Regisseur und Drehbuchautor Fritz Kalteis als größte Herausforderung, die er für seinen Film "Martin von Tours - Soldat, Asket, Menschenfreund" zu bewältigen hatte. Bravourös sei ihm das gelungen, bescheinigte ihm Bischof Gebhard Fürst am Donnerstagabend im Stuttgarter Cinema-Kino. Dort wurde der 52-minütige Film, der am Samstag um 20.15 Uhr erstmals auf ARTE ausgestrahlt wird, vorab gezeigt.

Im Gespräch mit Bischof Fürst sagte Regisseur Kalteis, es habe die Gefahr bestanden, sich in der legendenhaften Vielfalt der Lebensbeschreibung aus der Feder des Martinus-Schülers Sulpicius Severus zu verrennen. "Wunder haben im 4. Jahrhundert einfach dazu gehört", sagte der österreichische Filmemacher. Kalteis gelang es, den Menschen Martin zu konturieren als römischen Soldaten, asketischen Mönch, barmherzigen Menschenfreund und Bischof letztlich wider Willen, der standhaft auch Amtsbrüdern widerstand. Bis zu seinem Lebensende sei Martin Friedensstifter geblieben, bilanzierte der Regisseur.

Bischof Fürst betonte, bei den Legenden um Martin handele es sich nicht etwa um Märchen oder Mythos, sondern um "verdichtete Wahrheit", deren Kern bis heute als Orientierung auch für ein geeintes und solidarisches Europa dienen könne. Gerade Kinder, die am Martinstag mit Prozessionen und Spielszenen samt reitendem Martin an den barmherzigen Heiligen erinnern, hätten ein sicheres Gespür dafür, dass Martin eben nicht nur Mythos oder Märchenfigur sei. "Kinder spüren, dass von ihm etwas Heilsames ausgeht, dass da etwas Gutes passiert".

Uwe Renz

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