Sankt Martin

Lichteraktionen zum Martinstag

Laternen gibt's auch 2020. Bild: Reiner Pfisterer.

Damit Familien auch dieses Jahr Sankt Martin feiern können, bieten die Stuttgarter Gemeinden Lichteraktionen und einen Stationenweg an.

Rund um den 11. November laden die katholischen Gemeinden üblicherweise zu Martinsumzügen, nicht jedoch in diesem Jahr der Pandemie. Sankt Martin fällt dennoch nicht aus, sondern wird auf andere Weise begangen.

Kinder bemalen Lichterbanderolen für Pflegeheime

In der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Sankt Urban zum Beispiel liegen in den vier Kirchen Sankt Christophorus in Wangen, Sankt Franziskus in Obertürkheim, Sankt Johannes Evangelist in Untertürkheim und Sankt Markus in Hedelfingen Banderolen für LED-Teelichter aus, die die Familien abholen können. Alle Kinder, die die Vorlagen aus Transparentpapier farbig angemalt haben und bis Sonntag, 8. November, nach den Gottesdiensten in der Sakristei oder werktags im jeweiligen Pfarrbüro abgeben, bekommen einen Sankt Martins-Schokoriegel.

Die von den Kindern angemalten Lichter werden noch vor dem Martinstag in drei Pflegeheime in den Neckarvororten gebracht. „Sankt Martin hat den Menschen zu seiner Zeit Hoffnung gebracht. Wir möchten den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeiterinnen in den Pflegeeinrichtungen ein Licht schenken und ihnen zeigen, dass wir in Gedanken und Gebeten bei ihnen sind“, sagt Andreas Gälle, Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Sankt Urban. Die Aktion mache es möglich, junge und alte Menschen auch in Zeiten von Corona zumindest in Gedanken zueinander zu bringen.

Stationenweg für Familien

Die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar lädt vom 9. bis 13. November zu einem Stationenweg rund um die Kirche Sankt Peter auf dem Memberg, Start ist in der Argonnenstraße, die letzte Station findet sich vor der Kirche in der Winterbacher Straße 36. Weitere Stationenwege in Bad Cannstatt sind noch in Planung.

Die vier Stationen rund um Sankt Peter erzählen von der Begegnung Martins mit dem Bettler und gewähren kurze Einblicke in das Leben des Heiligen. Aufgebaut werden die Stationen von Gemeindemitgliedern, zu sehen sind sie jeweils von 16.30 Uhr bis 20 Uhr. „Wir halten die Familien ausdrücklich dazu an, den Weg als einzelne Familie abzulaufen und Abstände einzuhalten, um andere nicht zu gefährden“, sagt die Pastoralreferentin Silke Jourdan. Für die Theologin ist es wichtig, Sankt Martin sichtbar zu machen, gerade in schwierigen Zeiten: „Der heilige Martin hat Menschen geholfen, für andere gesorgt. Mit seinem beherzten Handeln bringt er bis heute Kinder und Erwachsene zum Nachdenken.

Erzieherinnen haben mit Kindergartenkindern Martinslieder aufgenommen

Wer keinen Stationenweg gehen, aber dennoch an Sankt Martin teilhaben möchte, der kann auf der Homepage der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar anhören, die die Mädchen und Jungen der Kita Kiehmling-Winkel gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern eingespielt haben.

Basteltüten für Fensterlichter

In der Kirche Sankt Josef in Feuerbach finden Familien seit dieser Woche einen Korb in der Kirche, der mit kleinen Basteltüten gefüllt ist, die die Kinder mit nach Hause nehmen können. „Wir hoffen, dass wir den Korb oft füllen müssen“, sagt die Pastoralreferentin Julia Matheis. Die Kinder können eine Lichtertüte basteln und anmalen und diese dann abends in die Fenster stellen als ein Zeichen des Gedenkens an Sankt Martin und seine Taten. Zur Martinsfeier wird in Sankt Josef am Mittwoch, 11. November, um 17 Uhr in die Kirche eingeladen. Eine Anmeldung zu diesem Gottesdienst ist erforderlich.

Eine Ideensammlung zu St. Martin finden Sie in unserem Dossier "Licht in der Welt sein".

Wer aber war Sankt Martin?

Wer aber war dieser Sankt Martin? Geboren wurde er im Jahr 316 im heutigen Ungarn. Mit 15 Jahren trat er in die römische Gardekavallerie ein, die in Gallien ihre Heimatkaserne hatte. Die Legende erzählt, dass er in der Winterszeit auf einem Ausritt seinen Militärmantel mit einem Bettler geteilt habe. Daraufhin sei ihm im Traum Christus erschienen und habe ihn mit den Worten gelobt: „Was du an dem Bettler getan hast, das hast du mir getan.“

Martin empfing daraufhin in Amiens die Taufe und bat um Entlassung aus dem MilitärdienSankt Im Jahr 371 wurde Martin zum Bischof von Tours an der Loire gewählt. Der Legende nach soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben, um der möglichen Wahl zu entgehen. Doch das Geschnatter der Vögel verriet ihn. Im Alter von 81 Jahren ist er am 8. November 397 in Candes an der Loire gestorben.