Pastoral

Nah dran an Gott und den Menschen

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Am 25. Juni feiern die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten mit einem Fest mit Bischof Gebhard Fürst ihr 50. Jubiläum.

Seit 1971 gibt es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (DRS) Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Es sind Frauen und Männer mit Theologiestudium, die in der Regel wie Priester, Diakone sowie Gemeindereferentinnen und -referenten in der Seelsorge tätig sind. Das 50. Jubiläum feiert die Berufsgruppe – coronabedingt – erst Ende Juni dieses Jahres mit einem Fest mit Bischof Dr. Gebhard Fürst in Rottenburg. „Unsere Pastoralreferenten und -referentinnen sind nah dran – und zwar an Gott und den Menschen“, sagt der Bischof. „Sie sind ein integraler Bestandteil der pastoralen Dienste in unserer Diözese und gestalten die Kirche auf allen Ebenen tagtäglich durch ihr großes Engagement aktiv mit.“ 

An der Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft sieht Markus Fritz, der Leiter des Theologischen Mentorats der DRS, die Pastoralreferenten. Im Mentorat werden sie während ihres Theologiestudiums begleitet. Nach der dreijährigen praktischen Berufseinführung sind die meisten in Seelsorgeeinheiten vor Ort tätig. Sie begleiten z.B. die Jugendarbeit, feiern Wort-Gottesdienste, halten Religionsunterricht und initiieren unterschiedlichste Projekte. Andere arbeiten als Krankenhaus- und Hochschulseelsorger oder verantworten die City-Pastoral. Auch als Dekanatsreferentinnen und -referenten und in Hauptabteilungen und Einrichtungen auf Diözesanebene findet man viele von ihnen.

Diözese ist mit Einführung der Berufsgruppe unter den Vorreitern

Die DRS führte den Beruf des Pastoralreferenten, der auch Frauen offensteht, neben München-Freising und Würzburg als eine der ersten Diözesen Anfang der 1970er Jahre ein. Bischof Carl Joseph Leiprecht und dessen Nachfolger Bischof Georg Moser sowie der damalige Personalreferent und spätere Leiter des Seelsorgereferats, Domkapitular Georg Kopp, trugen die Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils mit in die Ortskirche und förderten so die Mitverantwortung der so genannten Laien. Waren es zu Beginn nur wenige, die diesen kirchlichen Beruf ergriffen, wurde die Zahl der Kolleginnen und Kollegen immer größer, berichtet Fritz. „Zeitweise gab es so viele Bewerbungen, dass gar nicht alle in die Berufseinführung aufgenommen werden konnten. Inzwischen ist das Berufsbild des Pastoralreferenten fest verankert und in fast jedem pastoralen Team findet sich mindestens ein Pastoralreferent oder eine Pastoralreferentin.“  

Besonderheit: Pastoralreferenten predigen in der Eucharistiefeier

Die theologische Kompetenz ist laut Fritz Grundvoraussetzung für Berufsanfänger – ein entsprechendes Studium daher obligatorisch. „Gott hat keine anderen Hände als die von uns Menschen“, so der Leiter des Theologischen Mentorats weiter. „Deswegen gehört es zum Kern des Berufes, Begegnungen so zu gestalten, dass dabei ein Raum entsteht, in dem etwas von Gott erfahrbar wird. Pastoralreferentinnen und -referenten sind spirituelle Wegbegleiter, sie übersetzten die biblische Botschaft mit Taten und in Worten in unsere Gesellschaft hinein.“

Ungewöhnlich sei, dass Pastoralreferentinnen und -referenten in der DRS in der Eucharistiefeier predigen dürfen. „Das ist eine Besonderheit, wenn man in andere Bistümer blickt“, freut sich Fritz. „Wer sich für diesen Beruf entscheidet, ist hoch motiviert und kompetent. Viele der jungen Leute bringen schon ein ganzes Bündel an Kompetenzen beispielsweise aus der Jugendarbeit mit und sind sehr interessiert, Neues zu lernen.“  

Aktives Einmischen in Themen der Kirche gefordert

Dementsprechend würden sich die Pastoralreferenten und -referentinnen auch einmischen, wenn es um die wichtigen Themen in der Kirche geht: So zählt der bundesweite Berufsverband zu den Erstunterzeichnern der Solidaritätserklärung kirchlicher Mitarbeitenden und ehrenamtlich Engagierten bei #OutInChurch. Es gibt zu allen vier Foren des Synodalen Wegs Positionspapiere und der Berufsverband stellt selbst vier synodale Mitglieder. Die Pastoralreferenten fordern dabei u.a. die Zulassung von Frauen zur Weihe für kirchliche Ämter und die Aufhebung des Pflichtzölibats, die Gewaltenteilung in der kirchlichen Struktur und eine Neujustierung
der Entscheidungsbefugnisse zwischen Rom und den Ortskirchen.

Film stellt Beruf zum Jubiläum vor In den vergangenen beiden Jahren beauftragten Bischof Gebhard Fürst und die Weihbischöfe mehr als 30 Pastoralreferentinnen und -referenten. Zum Jubiläum der Berufsgruppe wurde ein 25-minütiger Film mit dem Titel „Time is honey. 50 Jahre Patroralreferent:innen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ produziert, der beim Festakt am 25. Juni erstmals zu sehen sein wird. Der Trailer ist bereits bei YouTube zu sehen.

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